Die Nutria

Service · Hochwasser- und Deichschutz

Die Nutria

Die Nutria (Myocastor coypus) ist eine aus Südamerika stammende, inzwischen in Mitteleuropa weit verbreitete Nagetierart. Ihre zunehmende Verbreitung stellt insbesondere dort eine Herausforderung dar, wo die Tiere durch ihre Grabtätigkeit Ufer, Dämme und Deiche schädigen.

bis 10 kg mögliches Körpergewicht ausgewachsener Tiere
ganzjährig ist die Nutria in Niedersachsen bejagbar
53.748 Nutrias wurden im Jagdjahr 2024/2025 in Niedersachsen erlegt

Lebensweise und Aussehen

Die Nutria, auch Sumpfbiber genannt, lebt überwiegend an Gewässern. Sie ist vor allem in der Dämmerung und nachts aktiv, kann jedoch auch tagsüber beobachtet werden.

Ausgewachsene Tiere können eine Körperlänge von rund 70 Zentimetern erreichen. Hinzu kommt ein kräftiger, etwa 40 bis 45 Zentimeter langer Schwanz. Einzelne Tiere können ein Gewicht von rund neun bis zehn Kilogramm erreichen.

Nutrias ernähren sich überwiegend pflanzlich. Auf ihrem Speiseplan stehen insbesondere Blätter, Stängel und Wurzeln von Wasser- und Uferpflanzen. Gelegentlich werden auch tierische Nahrungsbestandteile aufgenommen.

Warum sind Nutrias ein Problem für Deiche?

Die größte Bedeutung für den Hochwasser- und Deichschutz hat die ausgeprägte Grabtätigkeit der Tiere. Nutrias legen ihre Baue bevorzugt in Uferböschungen und anderen Bereichen unmittelbar am Gewässer an.

Durch die Anlage von Gängen und Hohlräumen können Ufer, Dämme und Deiche geschwächt werden. Insbesondere bei hohen Wasserständen können solche Beschädigungen die Standsicherheit der Anlagen beeinträchtigen.

Für den Leda-Jümme-Verband ist die frühzeitige Erkennung und Beseitigung solcher Schäden deshalb ein wichtiger Bestandteil der laufenden Unterhaltung und des Hochwasserschutzes.

Die Nutria breitet sich weiter aus

Wie viele Nutrias tatsächlich in Niedersachsen leben, lässt sich nicht zuverlässig bestimmen. Die Entwicklung der Jagdstrecke zeigt jedoch, welchen Umfang die Bejagung inzwischen erreicht hat.

53.748
Nutrias im Jagdjahr 2024/2025
In Niedersachsen wurden damit 19,5 Prozent mehr Nutrias erlegt als im Vorjahr. Die Jagdstrecke erreichte einen neuen Höchststand.

Die Bejagung invasiver Arten wie Nutria ist in Niedersachsen nicht nur aus Gründen des Arten- und Naturschutzes von Bedeutung. Bei der Nutria kommt insbesondere der Schutz von Deichen und anderen wasserbaulichen Anlagen hinzu.

Nutriajagd in Niedersachsen

Die Nutria unterliegt in Niedersachsen dem Jagdrecht. Für Nutrias gilt eine ganzjährige Jagdzeit. Auch die für die Aufzucht notwendigen Elterntiere dürfen bejagt werden.

Damit besteht die Möglichkeit, Nutrias unabhängig von der Jahreszeit zu bejagen. Hintergrund ist insbesondere die Notwendigkeit, die Bestände dort zu reduzieren, wo die Tiere erhebliche Schäden verursachen oder eine Gefahr für den Hochwasser- und Deichschutz darstellen.

Fangjagd und Tierschutz

Die Nutriabekämpfung erfolgt unter Beachtung der gesetzlichen Vorgaben sowohl durch die Jagd mit der Schusswaffe als auch durch geeignete Fangmaßnahmen.

Für die Verwendung von Lebendfallen gelten besondere Anforderungen an den Tierschutz. Nach dem neuen niedersächsischen Jagdrecht dürfen Lebendfallen ab dem 1. April 2028 ausschließlich mit digitalen Fangmeldern verwendet werden. Dadurch soll sichergestellt werden, dass gefangene Tiere möglichst schnell kontrolliert und versorgt werden können.

Bedeutung für den Leda-Jümme-Verband

Für den Leda-Jümme-Verband ist die Nutriabekämpfung unmittelbar mit seiner gesetzlichen Aufgabe verbunden, die Grundstücke im Verbandsgebiet vor Hochwasser zu schützen und die hierfür erforderlichen Anlagen herzustellen und zu unterhalten.

Die Kontrolle und Unterhaltung der Deiche und Gewässeranlagen sowie die möglichst frühzeitige Erkennung von Schäden sind deshalb von besonderer Bedeutung. Die Bekämpfung der Nutria ist dabei ein wichtiger Bestandteil des vorbeugenden Hochwasser- und Deichschutzes.

Eine erfolgreiche Nutriabekämpfung erfordert die Zusammenarbeit von Jagdausübungsberechtigten, Deich- und Wasserverbänden, Kommunen, Wasserwirtschaft und zuständigen Behörden.

Eine dauerhafte Aufgabe

Die Entwicklung der vergangenen Jahre zeigt, dass die Nutria in Niedersachsen weiterhin weit verbreitet ist. Die hohen und weiter steigenden Jagdstrecken machen deutlich, dass die Bekämpfung der Art eine dauerhafte Aufgabe bleibt.

Gerade in einem durch zahlreiche Gewässer und Deiche geprägten Gebiet wie dem Verbandsgebiet des Leda-Jümme-Verbandes kommt dem Schutz der Ufer- und Deichanlagen eine besondere Bedeutung zu.

Unser Anliegen:
Intakte Deiche und funktionsfähige Gewässeranlagen sind eine wesentliche Voraussetzung für einen sicheren Hochwasserschutz. Die Nutriabekämpfung leistet dazu einen wichtigen Beitrag.